Von Klubjacken und gestreiften Bindern.

Es gibt ja das ein oder andere Bekleidungsstück, das sehr hübsch anzusehen ist und durchaus einen Hauch von Eleganz versprüht, von dem man aber – bis auf wenige Ausnahmen – eigentlich die Finger lassen sollte. Nicht alles was gut ausschaut und irgendwie „stylish“ wirkt, ist auch guten Gewissens tragbar.

Da steht an erster Stelle – nicht aufgrund des „style“-Faktors, sondern der Häufigkeit geschuldet – die gestreifte Krawatte. An dieser Stelle sind wildgestreifte „Schlippse“ ausgenommen, da diese ohnehin nicht tragbar sind. Der Fokus steht ganz klar auf die Binder, die angelsächsische Streifenmuster imitieren. Gestreifte Krawatten und Schleifen werden im Vereinigten Königreich und den USA nicht wahllos und willkürlich getragen. Die Streifenmuster sind Regimentern, Universitäten, Klubs etc. zugeordnet. Das Muster am Binder weißt den Träger klar und für jedermann deutlich bspw. als Angehöriger eines bestimmten Regiments aus. Es käme auch keiner auf die Idee aus modischen Überlegungen ein anderes Muster zu tragen, als das des eigenen Regiments oder der eigenen Alma Mater.

Um das mal etwas sportlicher zu beschreiben: Ein Fan des BVB kommt ja auch nicht auf die Idee dad Trikot von Bayern München zu tragen, weil ihm die Farben besser gefallen.

Foto:  Dan Marsh http://www.flickr.com/photos/30692593@N07/7597030944

Der Fürst von Wales mit dem Binder des Army Air Corps, desses Regimentsinhaber er ist.
Foto: Dan Marsh
http://www.flickr.com/photos/30692593@N07/7597030944

Sicher; wir Kontinentaleuropäer haben diese Farbentradition nicht in der Form. Aber frage mich schon, ob ich nun wirklich einen blau-rot gestreiften Binder kaufen und tragen muss, der mich als Angehöriger der Guards Division ausweist? Ich denke nicht. Wir währen auch irritiert, wenn bspw. andere Völker aus modischen Gründen Band und Mütze der Studentenverbindungen im deutschsprachigen Raum tragen würden.

Ähnlich verhält es sich mit den Klubjacken. Die im Handel erhältlichen sind ja in der Regel Fantasiejacken mit Fantasiebadges und güldenen Knöpfen mit Herstellerlogo. Kann sehr „stylisch“ ausschauen. Die Rugby-Kollektion von Ralph Lauren fällt in diese Kategorie, aber eigentlich ist das albern. Wer preppy ist oder Preppy-Style mag, sollte so authentisch sein und nur Jacken von Klubs tragen in denen man auch Mitglied ist und bei der Wahl des Streifenmusters lieber zweimal Nachdenken.
In diesem Sinne. Guten Morgen, Berlin.

Dieser Beitrag wurde im Original am 5. April 2012 auf meinem Blog Bahngezwitscher veröffentlicht. Alle Beiträge die Bekleidung und ähnliches zum Thema haben, werden in nächster Zeit hier her umziehen.

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Über lampersdorff

Politikwissenschaftler und Historiker. Irgendwas mit Bundeswehr und Ministerialbürokratie.

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